SCSH44 – Intentionally Indifferent
Maisonettetreppe in HH Hoheluft Ost
SCSH44 ist der 44. Teil der Reihe Stair Case Study Houses (SCSH) und beschreibt die Zusammenlegung zweier übereinanderliegender Wohnungen im EG und 1.OG eines wiederaufgebauten ehemaligen Gründerzeithauses in Hamburg Hoheluft-Ost. Auftraggeber ist eine Familie mit zwei kleinen Kindern.
Die L-förmige, viertelgewendelte Treppe ist funktional wie konstruktiv die effizienteste Lösung zur Verbindung des unteren Flures mit dem Koch-, Ess- und Wohnbereich im Obergeschoss. Der statische Eingriff beschränkt sich auf das Einbringen eines einzelnen Wechselbalkens in die vorhandene Holzdeckenkonstruktion. Die Multiplexwangen übernehmen neben der Führung der Stufen auch tragende Funktionen für Teile des angrenzenden Pitchpine-Bodens. Konstruktion und Ausbau sind somit nicht getrennt, sondern ergänzen sich. Die Geländer sind als gefräste Stabgeländer direkt aus den Wangen entwickelt und fortgeführt. Zusätzliche Bauteile, Hervorhebungen oder formale Akzente wurden vermieden was z.B. auch durch die weiß lackierten Fräskanten des Multiplex’ verdeutlicht wird. Die Untersicht des Treppenlaufs bildet beiläufig eine skulpturale Spiel- und Sitznische im Kinderzimmer aus.
Gestalterisch verhält sich die Treppe vorsätzlich gleichgültig. Sie ist nicht als Objekt gedacht, sondern als funktionale Verbindung, die ihre Aufgabe ohne gestalterischen Kommentar erfüllt.
Die Ausführung der Treppe erfolgte durch die Tischlerei Staben. Die Trockenbau- und Malerarbeiten wurden von Handkoop – Rafael Kaczynski übernommen. Beide Hamburger Firmen haben ihre Arbeit hervorragend gemacht, was sich vor allem darin zeigt, dass man sie kaum bemerkt.